SSV Saarlouis
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Chronik - Geschichte der Sport- und Spielvereinigung Saarlouis

Drei ,,Ausländer", junge Kaufleute, waren es, die den Fußballsport in Saarlouis im Jahre 1910 heimisch machten: Jupp Beuren (von Rot-Weiß Koblenz), Willi Pütz (Karlsruher FV) und Ernst Waller (Kickers Offenbach). Obwohl sie zunächst auf wenig Gegenliebe stießen, gelang es den Gründern trotzdem, für zwölf Mann Fußballschuhe und Dress "zusammenzubetteln". Doch weder Landrat, noch Stadtverwaltung, nicht einmal die Presse wollte etwas vom Verein wissen. Der Setzermeister A. Portmann war der erste gewählte Vorsitzende, erstes Vereinslokal die ,,Gambrinus-Schänke".
 
Das legendäre erste Fußballspiel fand eines schönen Sonntagmorgens um 5 Uhr (!) auf dem Großen Markt statt, wurde aber zwei Stunden später jäh durch die Polizei beendet. Die Sportplatzfrage wurde schließlich durch den Stadtkommandanten gelöst, der für sonntags den Exerzierplatz ,,Kaibel" zum Spielen zur Verfügung stellte.
 
Bereits im September 1910 war die Mannschaft von Fola Esch, Luxemburg, zu Gast bei der SSV, die sich in diesem ersten internationalen Spiel mit 3:2 durchsetzte. Als 1912 der Kronprinz das Fußballspiel für die deutsche Armee hoffähig machte, durfte die SSV den Soldaten des Saarlouiser Regiments das Fußballspiel beibringen. Dies war nicht ganz unbegründet, blieb die erste Mannschaft (als „Krawattenmannschaft“ in die Geschichte eingegangen) doch zwischen 1911 und 1915 ungeschlagen. Die vielversprechende Vereinsentwicklung wurde durch den 1. Weltkrieg dann allerdings jäh unterbrochen.
 

Die legendäre Krawattenmannschaft
 
Zwischen den beiden Weltkriegen wechselten sich Erfolge und Krisenzeiten ab, aber nur einige Höhepunkte sind heute noch rekonstruierbar. Im Jahr 1925 erfolgte der Umzug vom Exerzierplatz ,,Kaibel“ auf den neuen Sportplatz ,,Choisy", der für 99 Jahre von der SSV gepachtet und als dauerhafte sportliche Heimat angesehen wurde - es sollte jedoch anders kommen. Schon 1926 erreichte die SSV Saarlouis hier das Halbfinale um den Süddeutschen Pokal. Vor 3000 Zuschauern (!) unterlag man Borussia Neunkirchen knapp mit 0:1.1927 wurde Willi Hutter als (bisher) einziger Spieler der SSV in die Deutsche Nationalelf berufen. Im Jahr 1934 errang die SSV den „Franz von Papen-Pokal“.
 
Auch in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg gab es Höhen und Tiefen. Die größten Erfolge des Vereins wurden jedoch in den 50er Jahren im Boxen (eine deutsche Meisterschaft) und in der Leichtathletik erzielt. Meister waren hier der 400m-Läufer Ludwig (1950) und der Weitspringer Breder (1951) mit seinerzeit starken 7,30 m. An die Tradition, nicht nur reiner Fußballverein zu sein, wird in der Moderne mit einer Abteilung für Freizeitsport (z.B. Aquajogging, Nordic Walking) angeknüpft.
 
Im Fußball wurde 1947/48 die Meisterschaft der Kreisklasse 1 Westsaar gegen starke Mannschaften wie Roden, Fraulautem und Wallerfangen erzielt.



Nach vier Jahren Bezirksklasse folgte leider wieder der Abstieg zurück in die Kreisklasse 1, wo man in der Saison 56/57 erneut die Meisterschaft und mit einem 5:1 Sieg im Entscheidungsspiel gegen Wallerfangen den Aufstieg in die 2. Amateurliga erreichte. Die Meistermannschaft bestand aus Spielern, deren Namen teilweise noch nach einem halben Jahrhundert Erinnerungen wecken: Dufresne, Kl. Damde, Rues, Blasius, Frank, „Sani“ Friebis, Heil, Spoo, A. Schröder, Eisenbarth und Weber.
 
In der 2. Amateurliga spielte der Verein von 57/58 bis 65/66; dann kam es zum Abstieg in die Bezirksklasse, wo man 68/69 die Meisterschaft vor dem VFB Dillingen gewann und wieder aufstieg. Die 2. Mannschaft erreichte in den Spielrunden 61/62 und 66/67 die Meisterschaft. In der Spielzeit 74/75 belegten wir in der 2. Amateurliga (heute Landesliga) den 3. Platz hinter Saarwellingen und Fraulautern sowie 75/76 den 2. Rang hinter Fraulautern. Die Stadtmeisterschaft wurde 1973 und 1976 errungen. Trainer dieser erfolgreichen Mannschaft war Richard Eisenbarth, Präsident Paul Welsch.
 

Die 1968er-Generation
 
In diese Zeit fiel leider auch der Sportplatzwechsel vom ,,Choisy" zum Sportfeld ,,In den Fliesen". Nach 50 Jahren (1925-1975) musste also der angestammte Platz verlassen werden, da das Land dort eine Schule (Max-Planck-Gymnasium) errichtete. Durch die Verlegung aus der Innenstadt verloren wir manchen Zuschauer, und die Auswirkungen sind bis in die heutige Zeit zu spüren. Bald war der Platz dann doch wieder bespielbar, den wichtigen Vorteil des innerstädtischen Platzes haben jedoch heute andere. Im Mai 1979 bezog der Verein das von der Stadt erbaute Clubheim ,,In den Fliesen".
 
1980 stieg die SSV in die Bezirksklasse ab. Auch diese Klasse konnte 1981 nicht gehalten werden, was aber 1982 durch die Erringung der Meisterschaft mit 9 Punkten Vorsprung wieder wettgemacht wurde. Die 2. Mannschaft wurde 82 und 83 jeweils Meister. Die Stadtmeisterschaft wurde 1980 und 1983 erneut gewonnen. 1984 trat Paul Welsch, der den Verein fast ein Vierteljahrhundert geführt hatte, von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurück. Ihm folgte Jürgen Schüssler nach.
 

 
1985 konnte - nach einem Weggang von 17 Spielern der 1. Mannschaft innerhalb von zwei Jahren - der Abstieg aus der Bezirksklasse in die Kreisklasse A nicht verhindert werden, da der Spielerkader zu klein war. Für die Saison 85/86 wurde der Spieler-trainer Schisler verpflichtet. Trotz sehr guter Vorbereitungsergebnisse wurde die Mannschaft in der Punktrunde laufend umgestellt, was zum nächsten Abstieg in die Kreisklasse B führte.
 
Der Verein musste einen totalen Neuaufbau seiner 1. Mannschaft vornehmen. In den Jahren 86/87 und 87/88 unter der Trainingsleitung von Reinhold Andres erreichten wir mit fast nur einheimischen Spielern den 5. und 6. Rang. Bei der Generalversammlung am 21. März 87 wurde Jürgen Schüssler in seinem Amt als 1. Vorsitzender und Ludwig Speicher als Spielausschussvorsitzender bestätigt. Im August 88 wurde zudem ein neuer Förderkreis unter der Leitung von Reinhold Andres und Eberhard Zwetsch gebildet, der die Belange der Aktiven und der Jugend unterstützt.
 
Für die Saison 88/89 wurde Spielertrainer Alois Stoffel verpflichtet; dazu kamen noch 4 Neuzugänge. Unser Ziel wurde durch die Verstärkungen höher gesteckt. In einem Dreikampf an der Tabellenspitze zwischen der SSV Saarlouis, Friedrichweiler und Lisdorf hatten wir kurz vor Rundenende 3 Punkte Vorsprung, verloren aber noch unnötig Punkte, so dass es am 21. Mai 1989 zu einem Entscheidungsspiel gegen Friedrichweiler kam, welches dann unglücklich mit 1:2 verloren wurde. In der Runde 89/90 fielen wir nach gutem Start durch eine schlechte Rückrunde bis auf den 5. Platz im Endklassement zurück. Bei der Generalversammlung am 18. März 1990 wurde Wolfgang Krichel zum neuen 1. Vorsitzenden der SSV Saarlouis gewählt, er führte seitdem auch den Förderverein.
 

1. Mannschaft 1990
 
Für die Saison 1990/91 wurde Spielertrainer Willi Herms, der schon von 83 - 85 unsere Mannschaften trainierte, verpflichtet, dazu kehrten einige frühere Jugendspieler unseres Verein zurück. Nach mehreren Anläufen gelang 1994 dann endlich der langersehnte Aufstieg in die A-Klasse. Die 1. Mannschaft belegte in der Saison 1994/95 unter Trainer Karrenbauer bzw. W. Herms den 10. Platz, in der Spielzeit 1995/96 den 13. Platz in der A-Klasse Saar. Nach dieser Saison trat Wolfgang Krichel nach sechs Jahren als 1. Vorsitzender zurück und wurde durch Herbert Stein ersetzt. In der Saison 1996/97 musste die Mannschaft mit Ihrem neuen Trainer H.W. Lepper leider wieder absteigen.

In den Jahren 1997/98 und 98/99 erreichte die 1.Mannschaft in der B-Klasse den 5. bzw. 6. Tabellenplatz. Immerhin wurde die 2. Mannschaft 1998 Meister, im gleichen Jahr feierte der Verein die Stadtmeisterschaft. Die Saison 1999/2000 unter dem neuen Trainer Armin Fritz begann mit 3 Niederlagen. Dann blieb die Mannschaft bis zum letzten Spiel beim FC Steinrausch ungeschlagen. Hätte man das letzte Spiel gewonnen, wäre es zu einem Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gekommen. Jedoch verlor die Mannschaft klar mit 1:4 und holte mal wieder, wie so häufig, den undankbaren Vize-Titel. Herbert Stein musste aus gesundheitlichen Gründen den Vereinsvorsitz an Roger Rehr abgeben.



Die aktiven Mannschaften 2001, dabei auch die Stadtmeister-Elf

In der B-Klasse konnten auch in den Folgejahren stets vordere Tabellenplätze und sogar mehrere Vizemeisterschaften errungen werden. In der Spielzeit 2001/2002 gewann das Team, geführt von der Saarlouiser Fußball-Legende Herbert Demange, prompt die Stadtmeisterschaft, der ehemalige Bundesliga-Profi gab jedoch trotz eines sehr guten Saisonverlaufs sein Traineramt wieder ab. Nachfolger Hardy Müller entwickelte die Elf kontinuierlich weiter und führte sie auch 2003 in die Spitzengruppe, bevor 2004 die Meisterschaft und damit endlich der Wiederaufstieg in die Kreisliga A geschafft wurde. Man hatte die gesamte Saison souverän bestritten und seit dem 4. Spieltag die Tabelle angeführt. Der Vorsprung betrug nach mehreren langen Siegesserien bis zu 7 Punkte. Am Ende ging etwas die Luft aus, und Verfolger SV Lisdorf, der am letzten Spieltag zu Gast in den Fliesen war, hätte durch einen Sieg noch ein Entscheidungsspiel erzwingen können. Bei strahlendem Sonnenschein und vor einer begeisterten Rekordkulisse setzte sich die SSV jedoch klar mit 3:0 durch.



Meister der Kreisliga B 2004

Legendär wurde auch das erste Jahr in der Kreisliga A, die Spielzeit 04/05. Nachdem sie in der Winterpause mit nur acht Pünktchen von allen als sicherer Absteiger gehandelt wurde, startete die Mannschaft eine grandiose Aufholjagd. Am vorletzten Spieltag brauchte die Elf zwingend einen Auswärtssieg bei Abstiegskampf-Konkurrent SF Schwarzenholz, welche sich ihrerseits hätten retten können. Im wahrscheinlich besten Saisonspiel gewann die SSV mit 4:0, brauchte aber immer noch einen Sieg im letzten Heimspiel. Auch dieser wurde geholt: Das 2:1 gegen Hüttersdorf in der 88. Minute durch Andreas Becher war allerdings mehr als glücklich. Fast zeitgleich in den letzten Spielminuten änderten sich auch auf anderen Sportplätzen quer durch das Saarland die Spielstände zu Gunsten der SSV: Es musste eine Mannschaft weniger in die Kreisliga B absteigen, Schwarzenholz verlor erneut und stieg ab, die SSV Saarlouis hielt sensationell die Klasse.

Die nächsten Jahre verliefen zum Glück für die Zuschauernerven sportlich weniger spektakulär, jedoch mit einem klaren Aufwärtstrend. 2006 wurde zunächst Platz 8 erreicht. Letzteres war insofern bemerkenswert, da im Jahr 2006 während der laufenden Saison der Sportplatz „In den Fliesen“ zum Naturrasenplatz umgebaut wurde. Die Heimspiele mussten daher auf dem zuvor jahrelang ungenutzten Platz in Neuforweiler ausgetragen werden, welcher sich in einem bemitleidenswerten Zustand befand und keinerlei Spielkultur zuließ.

Kritisch wurde die Situation, als auf dem Neuforweiler Platz ab der Vorbereitung zum Spieljahr 06/07 die Trainingsbeteiligung und scheinbar auch die Spielfreude dramatisch nachließen. Die ersten fünf Spiele wurden teilweise unglücklich, teilweise aber deutlich verloren, weshalb der Verein sich schweren Herzens von Hardy Müller trennte, der sich bereits in seiner fünften Spielzeit als SSV-Trainer befand, jedoch seinen Rücktritt zum Saisonende ohnehin angekündigt hatte.

Nachdem zunächst Andreas Gondrom die Mannschaft interimistisch übernommen hatte, konnte am 9. September 2006 dann bei herrlichem Wetter das erste Spiel der Vereinsgeschichte auf eigenen Rasen ausgetragen werden. Dieses wurde prompt mit 3:1 gegen Düren-Bedersdorf gewonnen, was die Niederlagenserie zum Saisonbeginn beendete und schlagartig fast vergessen machte. Im Oktober 2006 wurde mit Bernd Thinnes ein neuer Trainer vorgestellt, der nach früheren Erfolgen lange pausiert hatte, aber nun das Feuer im Team weckte. Die Mannschaft blieb erfolgreich und stand im Mai 2007 zu Saisonende auf einem nicht mehr für möglich gehaltenen Rang 7 der Kreisliga A.




Die aktiven Mannschaften 2007

Noch erfreulicher gestaltete sich die Saison 2007/2008. Die Mannschaft startete mit einem 6:1-Heimsieg gegen Hemmersdorf 2 und etablierte sich durch mehrere schöne Serien in der Tabellenspitze. Hätte man nicht die letzten beiden Spiele unnötig verschenkt, wäre man Dritter geworden, doch immerhin blieb am Ende Rang 5.

Kurz nach der Einweihung des Platzes begannen zudem am Jahreswechsel 2007/2008 die massiven Umbauten am mittlerweile über 30 Jahre alten Clubheim, welches um ein mehrfaches erweitert wurde und seit seiner Fertigstellung im Jahr 2009 zu den schönsten und beeindruckendsten Sportheimen des Landkreises zählt. Das gesellschaftliche Leben des Vereins, aber auch die Außenwahrnehmung haben erheblich profitiert.

Nach langen Jahren der Abstinenz traten - vielleicht begünstigt vom Boom durch die erfolgreiche WM-Titelverteidigung der Nationalelf? - ab Sommer 2008 auch für die SSV Saarlouis wieder Frauen das runde Leder. Die schon 1970 erstmals gegründete Frauenmannschaft war bis 1988 eine eigene erfolgreiche Abteilung der SSV Saarlouis. Die Führung lag schon damals in den Händen von Heidrun Vaterrodt, die noch heute ihr volles Engagement in den Frauenfußball investiert. Der größte Erfolg war die Zugehörigkeit zur "Landesklasse Saar" in den Jahren 1975 und 76. Vorher und später gehörte man der Kreisklasse an. Aus Spielermangel schloss die SSV sich in der Spielzeit 88/89 mit dem SV Ludweiler zu einer Spielgemeinschaft in der Landesliga zusammen, die bis Juli 1990 währte. Die verbliebenen Spielerinnen der SSV schlossen sich im Sommer 1990 ganz dem SV Ludweiler an.
 

2008: Renaissance des Frauenfußballs im Verein
 
Leider mag der Umbau und die damit temporär eingeschränkte Nutzbarkeit des Clubheims ein Faktor dafür gewesen sein, dass der Zusammenhalt im Herrenteam schwand, das Mannschaftsgefüge durcheinander geriet und es sportlich plötzlich nicht mehr so recht lief. Als Meisterschafts-, zumindest jedoch als Aufstiegsanwärter war man ins Rennen gegangen. Nach der Saison 2008/2009 wurde nämlich die Kreisliga A durch eine Strukturänderung seitens des Verbandes zur niedrigsten Spielklasse, und bereits mit einer Platzierung unter den ersten acht Mannschaften hätte man die ersehnte Qualifikation für die Bezirksliga erreichen können - ein Selbstläufer, wie es schien.

Jedoch konnte nicht die gute Leistung der vorhergehenden Spielzeiten abgerufen werden. Die personell stark besetzte Mannschaft zeigte sich ohne Biss und Ideen, enttäuschte fast jeden Sonntag. Auch die Trennung von Bernd Thinnes und die Rückkehr des langjährigen Erfolgstrainers Hardy Müller brachte keine Wende. Somit kam es durch einen unerwartet schwachen 14. Tabellenplatz im Jahr 2009 faktisch zum Abstieg. Die Frauen hingegen holten gleich in ihrem ersten Jahr des "Comebacks" souverän die Bezirksliga-Meisterschaft!

Zur Saison 2009/2010 konnte dann das Spielertrainergespann Angelo Bonsignore / Carsten Hubrig verpflichtet werden, auch etliche neue Spieler wurden hinzugeholt. Die Jubiläumssaison endete mit einem äußerst souveränen Titelgewinn und dem Aufstieg in die Bezirksliga. Die Stadtmeisterschaften wurden in Halle und Feld gewonnen. Daneben ist das Team bis ins Viertelfinale um den Saarlandpokal vorgedrungen, so weit wie nie zuvor in der Nachkriegszeit. Angesichts der zeitgleichen Landesliga-Meisterschaft des Frauenteams (welches sogar das Pokal-Halbfinale erreichte!) kann das Jubiläumsjahr als eines der bis dahin erfolgreichsten der Vereinsgeschichte bezeichnet werden.



Endlich: Aufstieg in die Bezirksliga 2010

Für die Saison 2010/2011 wurden bei Männern und Frauen nochmals hochkarätige Verstärkungen gewonnen und fast keine Abgänge verzeichnet. Dadurch mischten beide gerade aufgestiegenen Teams auch in ihren neuen Spielklassen sofort wieder ganz oben mit, und letztlich wurden beide Vizemeister. Die Frauen gewannen 18 von 20 Spielen zumeist sehr souverän, nur die beiden Aufeinandertreffen mit dem späteren Meister Furpach endeten unentschieden. Da auch Furpach die übrigen Spiele gewann, musste ein Relegationsspiel über Meisterschaft und Aufstieg in die Regionalliga entscheiden. Hier setzte sich Furpach gegen ein ersatzgeschwächtes Saarlouiser Team mit 4:0 durch.

Die Herren hatten mehr Glück. Sie besiegten binnen 4 Tagen zunächst im Relegations-Halbfinale den SV Schnappach mit 3:2, im Finale am 5.6.2011 den SC Roden (der als bester Dritter hinter der SSV ebenfalls die Relegation erreicht und sein Halbfinale gegen Menningen gewonnen hatte) in einem packenden Spiel mit 4:3. Auch die Stadtmeisterschaft wurde verteidigt. Die jeweiligen Reserveteams profitieren von der Unterstützung ehemaliger Spielerinnen und Spieler der ersten Mannschaften und behaupteten sich ebenfalls sehr gut. Während die Herren im Mittelfeld landeten, starteten die Frauen nach einer Klatsche zu Saisonbeginn eine tolle Siegesserie und wurden souverän Meister und Aufsteiger in die Landesliga.

Die Saison 11/12 wurde dann in jeder Hinsicht zum Triumphzug. Die 1. Herrenmannschaft stabilisierte sich in ihrer ersten Landesliga-Spielzeit mit vermeidbaren Niederlagen, aber ebenso vielen unerwarteten Siegen auf gutem Niveau, und so wurde in der Abschlusstabelle der siebte Platz erreicht, welcher zum Aufstieg in die neu gegründete Verbandsliga Südwest berechtigte. Im Juli 2012 wurde zudem die dritte Stadtmeisterschaft in Folge gewonnen.
 
Damit wurde im dritten Jahr in Folge ein weiterer Superlativ zur Vereinshistorie hinzugefügt. Während die Frauen sensationell den Saarlandpokal und nebenbei fast schon wie selbstverständlich die Verbandsligameisterschaft holten, gelang den Männern der dritte Aufstieg nacheinander und damit die Qualifikation zur höchsten Spielklasse, in der (zumindest in der Nachkriegszeit) je ein SSV-Herrenteam gespielt hat. Die Frauen qualifizierten sich sogar für die Regionalliga, die dritthöchste Klasse im Frauenfußball überhaupt - auch dies war bis dato unerreicht. Unser Ruf als derzeit stärkster Fußballverein der Sportstadt Saarlouis wurde eindrucksvoll untermauert.
 

Größter Triumph der über 100jährigen Vereinsgeschichte: Unsere Frauen holen den Saarlandpokal
 
Angesichts dieser Erfolge bleibt nur ungläubiges Staunen, denn noch vor wenigen Jahren dümpelte unser Verein in den Niederungen der B-Klasse umher, spielend auf einem knochenharten Braschenplatz vor einem maroden Clubheim. Wer diese Entwicklung nicht mit eigenen Augen verfolgt hat, würde sie kaum für möglich halten. Allen beteiligten Aktiven, vor allem aber auch den Trainerinnen und Trainern schuldet der Verein den höchsten Dank. Die Vision, welche von Vielen belächelt wurde, ist früher Realität geworden, als selbst die kühnsten Träumer erwartet hätten. Gemeinsam wünschen wir uns weitere Kapitel in dieser Erfolgsgeschichte. Leider werden diese Kapitel seit der Spielzeit 2012/2013 ohne die Frauen weiter geschrieben, welche nach internen Meinungsverschiedenheiten den Verein verlassen haben.
 
Der Vorstand unter der Führung des zuletzt im September 2010 im Amt bestätigten 1. Vorsitzenden Roger Rehr blickt dennoch angesichts der herausragenden Erfolge auch im Herrenfußball weiter nach vorn. Man versucht insbesondere durch eine optimierte Jugendarbeit und Kooperation mit anderen Saarlouiser Vereinen, dem Traditionsverein der Innenstadt den Stellenwert zu erhalten, den er sich in den letzten Jahren zurück erkämpft hat. Dem Vergangenen wird dabei nicht nachgetrauert, sondern es wird mit Stolz und als Ansporn für die Bewältigung künftiger Aufgaben gesehen. Und der Verein ist auf dem besten Wege!

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